Wenn die Tage langsam kürzer werden, morgens die Luft wieder kühler ist und wir nach einem langen Tag nach Hause kommen, verändert sich bei uns auch ganz automatisch die Küche.
Während im Sommer Salate, kalte Bowls, frisches Obst und unkomplizierte Mahlzeiten oft genau das Richtige sind, wächst im Herbst wieder die Lust auf warmes, duftendes Wohlfühlessen. Auf Gerichte, die von innen wärmen, satt und zufrieden machen und am besten noch unkompliziert auf dem Tisch stehen.
Für mich bedeutet Herbstküche aber nicht, stundenlang in der Küche zu stehen. Ganz im Gegenteil. Gerade im Familienalltag darf Essen einfach, nährend und alltagstauglich sein.
Und manchmal sind es genau die einfachen Gerichte, die bei Kindern am besten ankommen.
warum warme Mahlzeiten im Herbst so guttun können
Mit dem Herbst verändert sich nicht nur die Natur. Auch unser Alltag wird wieder etwas anders. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und wir verbringen wieder mehr Zeit drinnen.
Eine warme Mahlzeit kann dann etwas unglaublich Gemütliches haben.
Der Duft aus der Küche, ein dampfender Teller auf dem Tisch und alle kommen für einen Moment zusammen. Für mich ist das ein kleines Stück Geborgenheit im Familienalltag.
Dabei muss eine ausgewogene pflanzliche Mahlzeit überhaupt nicht kompliziert sein. Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis, Vollkornprodukte, saisonales Gemüse, Nüsse, Samen und hochwertige pflanzliche Fette lassen sich wunderbar miteinander kombinieren.
Und das Schöne: Viele klassische Familiengerichte lassen sich ganz selbstverständlich pflanzlich zubereiten.
unsere liebsten pflanzlichen Wohlfühlgerichte
Linsenbolognese
Ein Gericht, das bei uns einfach immer geht.
Linsenbolognese ist wunderbar unkompliziert und lässt sich sehr gut vorbereiten. Ich verwende dafür gerne rote Linsen und kombiniere sie mit passierten Tomaten, Karotten und Zucchetti.
Dazu gibt es Vollkornnudeln und als Topping Hanfsamen.
Mein Alltagstipp: Gleich eine grössere Portion Bolognese kochen. Sie schmeckt am nächsten Tag oft noch besser und lässt sich auch wunderbar einfrieren.
So hat man an einem turbulenten Tag ganz schnell ein warmes Essen auf dem Tisch.
buntes Ofengemüse
Ofengemüse gehören für mich einfach zum Herbst.
Kartoffeln, Karotten, Kürbis, Randen, Pastinake – drauf darf, was gerade Saison hat und der Familie schmeckt.
Gerade deshalb liebe ich Ofengemüse so sehr: Es braucht kein perfektes Rezept.
Man kann sie wunderbar an den eigenen Geschmack und an das anpassen, was gerade im Kühlschrank liegt.
Dazu etwas Hummus oder ein Klecks pflanzlicher Joghurt und schon steht eine wunderbar wärmende Familienmahlzeit auf dem Tisch.

Kürbisrisotto
Wenn der erste Kürbis auf dem Tisch landet, ist für mich der Herbst endgültig da.
Kürbisrisotto ist wunderbar cremig, mild und lässt sich sehr familienfreundlich zubereiten. Kürbis bringt eine leichte Süsse mit, die viele Kinder gerne mögen.
Wir kombinieren das Risotto gerne mit gerösteten Kürbiskernen oder etwas Nussmus. Auch ein paar Hanfsamen passen wunderbar dazu.
Und wenn ein Kind den Kürbis nicht sofort begeistert isst?
Dann darf das auch sein.
Vielleicht wird heute nur der Reis gegessen. Vielleicht wird ein kleines Stück Kürbis probiert. Vielleicht auch gar keines.
Essen kennenlernen braucht Zeit und jedes Probieren darf ohne Druck geschehen.
es muss nicht kompliziert sein
Gerade wenn wir uns mit pflanzlicher Familienernährung beschäftigen, kann schnell das Gefühl entstehen, jede Mahlzeit müsse perfekt zusammengestellt sein.
Doch Familienalltag ist nicht perfekt.
Manchmal haben wir Zeit und Freude daran, gemeinsam zu kochen. An anderen Tagen muss es schnell gehen. Und manchmal sind Nudeln mit einer einfachen Sauce genau das, was gerade möglich ist.
Für mich geht es deshalb viel mehr darum, über den Tag und die Woche hinweg Vielfalt anzubieten, anstatt jede einzelne Mahlzeit perfektionieren zu wollen.
Ein paar Dinge machen unsere Herbstküche dabei deutlich entspannter:
- Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen auf Vorrat haben
- Tiefkühlgemüse als unkomplizierte Ergänzung nutzen
- Getreideprodukte wie Reis, Vollkornnudeln, Couscous griffbereit haben
- saisonales Gemüse verwenden, ohne sich dabei unter Druck zu setzen
- Gerichte so zusammenstellen, das jedes Familienmitglied etwas Vertrautes auf dem Teller findet
So entsteht nach und nach eine kleine Sammlung an Lieblingsgerichten, auf die man im Alltag immer wieder zurückgreifen kann.
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Herbstküche darf Geborgenheit bedeuten
Für mich ist Essen viel mehr als die Summe einzelner Nährstoffe.
Es ist auch Gemeinschaft, Erinnerung, Genuss und Verbindung.
Wenn draussen der Regen gegen die Fenster prasselt, es langsam dunkel wird und wir gemeinsam an einem Tisch sitzen, dann darf das Abendessen einfach nur guttun.
Ohne Perfektion. Ohne komplizierte Zutaten. Ohne den Anspruch, dass jedes Kind jedes Gemüse lieben muss.
Vielleicht ist genau das meine liebste Form von Wohlfühlküche:
einfache pflanzliche Gerichte, die uns nähren, wärmen und als Familie für einen kleinen Moment zusammenbringen.
Denn gerade im Herbst dürfen wir es uns auch in der Küche ein bisschen gemütlicher machen.
Manchmal braucht es nicht viel: etwas Warmes auf dem Teller, liebe Menschen am Tisch und Zeit, den Moment gemeinsam zu geniessen.
