Der September ist für mich ein ganz besonderer Monat. Er fühlt sich an wie eine kleine Brücke zwischen zwei Jahreszeiten. Die warmen Sommertage verabschieden sich langsam, die Abende werden wieder kühler und auf den Märkten leuchten bereits die ersten Farben des Herbstes.
Auch in unserer Familienküche verändert sich in dieser Zeit ganz automatisch etwas. Die leichten Sommergerichte mit Beeren, Tomaten und frischen Salaten werden langsam ergänzt durch wärmende Mahlzeiten, herzhafte Gemüsegerichte und die ersten Schätze des Herbstes.
Für mich bedeutet saisonale Ernährung nicht Verzicht – ganz im Gegenteil. Sie bedeutet Vielfalt, Verbundenheit und wieder bewusster wahrzunehmen, was gerade um uns herum wächst.
Kinder für saisonale Ernährung begeistern
Kinder lernen vor allem durch Erleben. Sie müssen nicht jedes Gemüse sofort lieben und auch nicht jedes neue Lebensmittel direkt probieren. Viel wichtiger ist es, ihnen immer wieder Möglichkeiten zu geben, Lebensmittel kennenzulernen.
Bei uns beginnt das oft schon beim Einkauf:
Welche Farben entdecken wir auf dem Markt?
Welches Gemüse kennen wir noch nicht?
Was wächst gerade in unserem Garten?
Was dürfen wir gemeinsam ausprobieren?
Unsere Kinder dürfen mitentscheiden, Gemüse anfassen, riechen, schneiden und beim Kochen helfen. Dadurch entsteht eine Verbindung zum Essen und genau diese Verbindung finde ich viel wertvoller als Druck oder Erwartungen.
Manchmal braucht es viele Begegnungen mit einem Lebensmittel, bis ein Kind bereit ist, es zu probieren. Und manchmal verändert sich der Geschmack plötzlich von ganz alleine.
Der Weg ist das Ziel.
Was hat im September Saison ?
Der September schenkt uns eine wunderbare Fülle an regionalen Lebensmitteln. Viele Sommerfrüchte dürfen wir noch geniessen, gleichzeitig kommen die ersten Herbstboten dazu.
Typische saisonale Lebensmittel im September sind:
Gemüse
- Zucchetti
- Karotten
- Kürbis
- Randen
- Lauch
- Broccoli
- Blumenkohl
- Kartoffeln
- Mais
Obst
- Äpfel
- Brinen
- Zwetschgen
- Trauben
- Beeren
- Pflaumen
Gerade diese Übergangszeit bietet unglaublich viele Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche pflanzliche Familienküche.
unsere liebsten Septembergerichte
Im September liebe ich Gerichte, die noch die Leichtigkeit des Sommers tragen, aber bereits etwas Wärme und Gemütlichkeit bringen.
Zum Beispiel:
Ofengemüse mit Kartoffeln und einem cremigen Dip
Ein einfaches Familienessen, bei dem Kinder wunderbar mithelfen können. Gemüse schneiden, würzen und gemeinsam beobachten, wie aus einzelnen Zutaten ein buntes Essen entsteht.
Kürbisgerichte
Auch wenn der Kürbis oft als klassischer Herbstbote gilt, beginnt seine Saison bereits im September. Kürbissuppe, Kürbisrisotto oder Kürbis aus dem Ofen gehören für uns zu den ersten gemütlichen Herbstmomenten.
Apfel-Zwetschgen-Desserts
Die süssen Früchte brauchen oft gar nicht viel. Ein warmer Apfel-Zwetschgen-Crumble mit Haferflocken, Nüssen und Zimt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie einfach natürliche Süsse sein kann.
bewusst essen heisst nicht perfekt essen
Saisonale Ernährung darf leicht sein.
Es geht nicht darum, jeden Tag alles perfekt umzusetzen oder niemals zu Lebensmitteln zu greifen, die nicht regional oder saisonal sind. Auch bei uns gibt es Lebensmittel, die wir lieben und die nicht aus unserer Region stammen.
Für mich bedeutet bewusst essen vielmehr:
innehalten,
wahrnehmen,
dankbar sein
und Schritt für Schritt Entscheidungen treffen, die sich gut anfühlen.
Gerade mit Kindern darf Ernährung Freude machen. Es darf chaotisch sein. Es darf einfach sein. Und es darf Raum geben für Neugier und Entdecken.
Denn Essen ist nicht nur Nährstoffversorgung.
Essen verbindet.
Essen schafft Erinnerungen.
Essen erzählt Geschichten.
Und vielleicht ist genau der September die perfekte Zeit, gemeinsam mit unseren Kindern wieder etwas genauer hinzuschauen. Auf die Natur, auf unsere Lebensmittel und auf die kleinen Wunder, die jeden Tag vor unserer Haustür wachsen.
Wenn Kinder wissen, wo Essen herkommt, wächst nicht nur Gemüse – es wächst auch Wertschätzung.
