unsere Katze, ein Familienmitglied, kein Nutz- oder Versuchstier

Als Veganer beschäftigen wir uns viel mit der Frage: Wie gehen wir verantwortungsvoll mit Tieren um? Diese Frage zieht sich durch unseren Alltag, nicht nur beim Einkaufen oder Essen, sondern auch zu Hause, wo unsere Katze lebt.

Für uns ist unsere Katze mehr als nur ein Haustier. Sie ist ein richtiges Familienmitglied. Sie darf nach draussen gehen, wann immer sie möchte, ihr Umfeld erkunden und ihren natürlichen Instinkten nachgehen. Und ja, manchmal bringt sie uns Geschenke: Mäuse oder Vögel, lebendig oder tot. Es fällt mir nach all den Jahren immer noch schwer, das anzusehen. Mir tun die Tiere leid und ich wünschte, ich könnte eingreifen. Aber ich habe gelernt, dass es zu ihrem Naturell gehört und dass wir das respektieren müssen.

Wir füttern unsere Katze mit Fleisch. Wir ernähren sie nicht vegan, weil sie ein Fleischesser ist, so wie Katzen es nun einmal sind. Für uns ist das ähnlich wie bei Menschen: Jeder darf seine eigene Ernährungsform wählen und das gilt auch für Tiere im Rahmen ihrer Natur. Tieren eine vegane Ernährung aufzuzwingen, halte ich persönlich für unnatürlich.

Respekt zeigen wir nicht nur bei der Ernährung. Wir akzeptieren das „Nein“ unserer Katze: Will sie nicht gestreichelt werden, lassen wir sie in Ruhe. Schlafen will sie in Ruhe, dann lassen wir sie schlafen. Schon unseren Kindern haben wir das beigebracht, von klein auf. Ja, unsere Katze hat auch schon mal gefaucht oder die Krallen gezückt, wenn wir oder unsere Kinder ihre Bedürfnisse nicht respektiert haben und das gehört dazu. Für uns bedeutet eine vegane Lebensweise nicht, dass man keine Haustiere halten darf. Das „Unnatürliche“ wäre, ein Tier zu verändern, damit es in unsere Lebensumstände passt.

Ein schönes Beispiel für gegenseitigen Respekt ist unser Hochbett-Abenteuer: Unsere Katze liebt es, im unteren Bett vom Hochbett unseres älteren Sohnes zu schlafen. Sie kann den ganzen Tag dort verbringen, auch wenn es laut ist oder die Tür während der Mittagspause geschlossen ist. Unser Sohn weiss, dass er sie rauslassen soll, wenn sie möchte und es funktioniert perfekt. Nachts haben unsere Kinder die Tür geschlossen und die Katze darf sich im Rest der Wohnung bewegen. Sie möchte aber immer ins Zimmer unseres Sohnes. Wir haben ihn gefragt, ob sie auch nachts ins Zimmer darf und er meinte nein. Diese Entscheidung respektieren wir. So gilt der gegenseitige Respekt in beide Richtungen: unsere Katze akzeptiert die Regeln unseres Kindes und wir respektieren ihre Bedürfnisse.

Das Wichtigste für uns und das geben wir auch unseren Kindern weiter ist: Respekt und Akzeptanz. Das Tier so zu sehen, wie es ist und ein „Nein“ zu respektieren. Genauso, wie wir uns das von unseren Mitmenschen wünschen. Denn Tiere haben Gefühle, genau wie wir.

Unsere Katze schenkt uns dafür so viel Liebe und Nähe. Sie kuschelt, spielt, schnurrt auf dem Schoss und ist einfach ein Teil unserer Familie. Diese Verbundenheit, diese kleinen gemeinsamen Momente, das ist es was zählt. Sie wird so akzeptiert, wie sie ist und das ist für uns die wichtigste Form von Respekt.

Für mich bedeutet es: Tiere lieben heisst, sie in ihrer Natur zu sehen, ihre Eigenheiten zu achten und Verantwortung für ihr Wohlergehen zu übernehmen. Unsere Katze zeigt uns jeden Tag, wie viel Freude, Liebe und Leben ein Tier in unser Zuhause bringen kann und genau das macht sie zu einem unverzichtbaren Familienmitglied.

Jeder einzelne von uns kann etwas tun, um den Tieren Respekt zu erweisen. Es beginnt damit, sie so zu sehen, wie sie sind und ihre Bedürfnisse zu akzeptieren.

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