Endlich war er da, der Tag unserer ersten Ernte.
Schon am frühen Morgen waren die Jungs voller Vorfreude. Ausgerüstet mit kleinen Messern und ihren Schälchen ging es direkt in den Garten. Die beste Zeit zum Ernten ist übrigens der Morgen. Über Nacht können die Pflanzen Feuchtigkeit speichern, sie sind besonders knackig, saftig und aromatisch. Zudem sind die Temperaturen noch angenehm kühl, was sowohl für die Pflanzen als auch für die kleinen Gärtner ideal ist.
Unser erstes Ziel waren die Chohlräbli. Mit grosser Spannung standen die Jungs vor den beiden erntereifen Knollen. Zum Glück waren es genau zwei Stück, alles andere hätte vermutlich für Tränen gesorgt. Papa erklärte geduldig, worauf man achten muss und wie man ein Chohlräbli richtig erntet. Danach durften die Jungs selbst Hand anlegen und voller Stolz ihr eigenes Chohlräbli aus der Erde ziehen. Die strahlenden Augen dabei waren unbezahlbar.


Anschliessend ging es weiter zum Salat. Natürlich warteten auch hier zwei wunderschöne Köpfe auf ihre Ernte. Einer davon wurde mit grosser Freude direkt an Mémé und Pépé weitergegeben, denn sie essen Salat besonders gerne. Für die Jungs war es etwas ganz Besonderes, etwas Selbstgezogenes verschenken zu dürfen.

Und dann kam das Highlight des Morgens: die heissgeliebten Erdbeeren. Die roten Früchte wurden sorgfältig gepflückt, zumindest die meisten. Denn ein grosser Teil verschwand bereits während der Ernte direkt in kleinen Mündern. Frischer und leckerer geht es wohl kaum.

Solche Momente erfüllen mein Herz mit unendlich viel Freude, Dankbarkeit und Glück. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als die Begeisterung und das ehrliche Interesse unserer Kinder an der Natur mitzuerleben. Zu sehen, wie sie etwas selbst erschaffen, pflegen und mit Liebe und Respekt behandeln. Wie sie lernen, geduldig zu sein, zu warten und sich über das Ergebnis ihrer Arbeit zu freuen.
Genau diese Werte möchten wir unseren Kindern mitgeben: die Verbundenheit zur Natur, die Wertschätzung für Lebensmittel und das Verständnis dafür, dass die schönsten Dinge oft Zeit brauchen, um zu wachsen.

Unsere erste Ernte war vielleicht klein. Aber die Freude, die sie uns geschenkt hat, war riesengross.
Die schönsten Ernten misst man nicht in Kilogramm, sondern in strahlenden Augen, schmutzigen Händen und glücklichen Herzen.
