Dieser Beitrag basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und meiner eigenen Meinung. Jede Familie darf und soll ihren eigenen Weg finden. Es geht hier nicht um richtig oder falsch, sondern um unseren individuellen Umgang mit dem Thema.
Im letzten Beitrag habe ich das Thema Zucker bereits kurz angeschnitten. Heute möchte ich etwas genauer darauf eingehen und teilen, wie ich persönlich darüber denke und wie wir als Familie mit dem Thema Süssigkeiten umgehen.
Bei uns sind Süssigkeiten nicht verboten. Ich halte generell wenig von strikten Verboten, besonders bei Kindern. Trotzdem sind sie bei uns auch nicht frei zugänglich. Unsere Kinder fragen immer, bevor sie etwas nehmen und das ist für uns eine gute, alltagstaugliche Lösung.
Jeder unserer Söhne hat sein eigenes kleines „Dessertchistli“. Darin befinden sich ihre Süssigkeiten. Das sind nicht viele und werden meist zu besonderen Anlässen wie Geburtstag, Ostern oder Weihnachten ergänzt. Für den Alltag kaufen wir grundsätzlich keine Süssigkeiten ein, Mit kleinen Ausnahmen, die das Leben eben manchmal mit sich bringt.

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Wenn wir unterwegs sind, gibt es natürlich auch mal ein Glacé oder ein Stück Kuchen. Das gehört für uns dazu und soll auch nicht ausgeschlossen sein. Interessanterweise fragen sie selten danach und wenn, dann meist als Dessert nach dem Mittagessen oder für den Zvieri. Das ist für uns völlig in Ordnung.
Mir ist wichtig, dass unsere Kinder einen gesunden und bewussten Umgang mit Zucker lernen. Nicht durch Verbote, sondern durch Verständnis. Wir sprechen darüber, was Zucker im Körper bewirken kann und leben ihnen gleichzeitig einen achtsamen Umgang vor.
Mein persönliches Ziel ist es, den Zuckerkonsum in unserer Familie so gering wie möglich zu halten. Und hier kommt vielleicht meine etwas spezielle Sichtweise ins Spiel, bei der sich die Meinungen sicherlich unterscheiden können: Für mich gehören Obst, Fruchtzucker, Trockenfrüchte oder Datteln nicht in dieselbe Kategorie wie industrieller Haushaltszucker. Wir essen davon sehr gerne und regelmässig.
Ich persönlich bin kein grosser Fan von Haushaltszucker, besonders weil er in so vielen verarbeiteten Produkten versteckt ist. Oft habe ich das Gefühl, dass er dort gar nicht nötig wäre und die Produkte auch mit weniger oder ganz ohne Zucker funktionieren würden. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass sich unser Geschmack über die Zeit verändert hat und viele Menschen sich stark an „Süsses“ gewöhnt haben.
Manchmal empfinde ich vieles sogar als zu süss. Deshalb ist es für mich auch völlig in Ordnung, wenn meine Kinder zum Beispiel einen Quetschie essen (auch wenn ich weiss, dass dieser ebenfalls viel Fruchtzucker enthält), statt eines Schokoriegels. Oder wenn sie Energyball’s statt klassischer Kekse bekommen.
Ich erlebe Zucker als etwas, das einen starken Einfluss auf unseren Körper, unser Gehirn und auch unser Wohlbefinden haben kann. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden darf, damit umzugehen. Ohne Druck und ohne Bewertung von aussen. Ganz nach dem Motto: leben und leben lassen.
Was mich dabei besonders beschäftigt, ist der Umgang mit Kindern. Kinder können noch nicht selbst vollständig entscheiden, was gut für sie ist und was nicht. Deshalb frage ich mich manchmal: Wie bewusst gehen wir als Erwachsene mit diesem Thema um? Und was geben wir unseren Kindern damit mit?
Zucker ist überall versteckt. Die Zutatenlisten sind oft lang und verwirrend und Zucker hat viele verschiedene Namen. Ich verstehe gut, dass im Alltag manchmal die Zeit oder Energie fehlt, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Trotzdem wünsche ich mir, dass wir als Eltern unsere Kinder in diesem Bereich schützen und begleiten.
Am Ende ist es kein einfacher oder eindeutiger Weg, sondern ein sehr persönlicher. Für uns ist es ein bewusster, aber auch entspannter Umgang. Mit klarem Rahmen, aber ohne Verbote.
Was wir täglich wählen, wird irgendwann zur Gewohnheit.
