Familie als Lernraum

„Unsere Kinder spiegeln uns – mehr als uns lieb ist“

„Erziehen oder begleiten? Ein Perspektivwechsel“

„Konflikte in der Familie als Chance für Verbindung“

Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht und meine eigene Sichtweise als Mutter im Familienalltag. Ich schreibe aus dem Herzen heraus und sondern teile, was ich in unserer Familie beobachte und lerne.


Für mich ist Familie einer der ehrlichsten Lernräume überhaupt. Nicht, weil wir ständig etwas „beibringen“, sondern weil wir selbst ständig gespiegelt werden. Oft viel direkter, als uns lieb ist.

Ich beobachte immer wieder: Das Verhalten unserer Kinder zeigt sehr deutlich, wie es gerade in mir aussieht.

Wenn ich überfordert bin, innerlich unruhig, gestresst oder nicht wirklich in meiner Mitte, dann merke ich das oft zuerst nicht an mir, sondern an ihnen. Die Stimmung kippt schneller, die Kinder werden unruhiger, reizbarer, haben eine kürzere Zündschnur oder können ihre Gefühle schlechter regulieren. Und plötzlich wirken sie „anstrengend“.

Wenn ich hingegen ausgeglichen bin, bei mir bin, mich wohlfühle und Freude im Alltag habe, verändert sich etwas spürbar. Dann sind auch sie entspannter, Konflikte entstehen weniger oder lösen sich anders und vieles wirkt leichter.

Das ist für mich faszinierend und gleichzeitig auch herausfordernd. Diese feine, fast unsichtbare Verbindung innerhalb der Familie. Manchmal fühlt es sich an, als würde sich nicht nur Stimmung, sondern auch etwas Tieferes übertragen. Und trotzdem bleibt jeder Mensch natürlich ein eigenständiges Wesen mit seinem ganz eigenen Weg.


Was mich ebenfalls immer wieder staunen lässt: wie sehr Kinder uns kopieren.

Nicht nur unser Verhalten, sondern auch unsere Sprache. Manchmal höre ich Sätze wie:
„Jetzt han ich’s dir aber scho 1000 Mal gseit!“
oder
„Ich ha das ned gern, wänn du das machsch.“
oder
„Das macht mer imfall ned.“

Und genau da wird mir jedes Mal bewusst: Vorleben wirkt mehr als Erklären. Viel mehr.


Ich persönlich halte wenig von einem klassischen „Erziehungsverständnis“. Dieses Bild von „ich bin der Erwachsene und du hast zu folgen“ fühlt sich für mich nicht stimmig an.

Ich glaube viel mehr an Beziehung, Begleitung und gegenseitiges Lernen. Bedürfnisse dürfen auf beiden Seiten gesehen werden. Und Lösungen dürfen gemeinsam entstehen, nicht nur von oben vorgegeben.

Das bedeutet für mich auch: Nicht jedes Verhalten der Kinder sofort persönlich zu nehmen. Kinder erleben ihre Gefühle oft zum ersten Mal. Sie lernen gerade erst, damit umzugehen. Und eigentlich erwarten wir manchmal von ihnen etwas, womit viele Erwachsene selbst noch kämpfen: ihre Emotionen zu regulieren, ruhig zu bleiben, Rücksicht zu nehmen, auch in schwierigen Momenten.

Warum also sollte das bei Kindern „einfach funktionieren“?


Gleichzeitig glaube ich sehr an klare Grenzen.

Bei uns gibt es Regeln, die wichtig sind und konsequent gelten:
Beim Essen wird nicht gespielt.
An der Strasse wird die Hand gehalten.
Beim Velo oder Trotti wird ein Helm getragen.
Im Auto sind alle angeschnallt.

Diese Klarheit gibt Sicherheit. Und innerhalb dieses Rahmens gibt es bei uns viel Freiheit: rennen, klettern, ausprobieren, Erfahrungen sammeln.

Und vor allem: Fehler dürfen passieren. Sie werden nicht bestraft, sondern begleitet.


Ich erlebe unsere Kinder als grosse Lehrmeister des Alltags. Sie zeigen mir, wie es ist, stehen zu bleiben und eine Schnecke zu beobachten oder die Katze zu streicheln. Nicht immer den schnellsten oder „vernünftigsten“ Weg zu gehen, sondern auch mal den, der sich richtig anfühlt.

Und sie erinnern mich daran, dass viele Wege ans Ziel führen.


Natürlich gibt es auch bei uns Konflikte. Wir sind nicht immer einer Meinung und das ist auch gut so. Familie bedeutet für mich nicht Harmonie um jeden Preis, sondern die Möglichkeit, gemeinsam Lösungen zu finden, Kompromisse zu lernen und neue Wege zu entdecken.

Oft helfen uns gerade die Perspektiven der Kinder dabei, Dinge neu zu sehen und manchmal entstehen daraus sogar neue Rituale oder wunderschöne Erinnerungen.


Ich habe gelernt, mir vor einem „Nein“ kurz Zeit zu nehmen. Ist es wirklich ein wichtiges Nein? Oder ist es eher mein eigenes Gefühl, meine Prägung oder meine Vorstellung davon, „wie man etwas macht“?

Und erstaunlich oft merke ich: Es ist eher mein eigenes Muster als eine echte Notwendigkeit.

Das bringt mich immer wieder dazu, meine Haltung zu hinterfragen und manchmal bewusst aus alten Vorstellungen auszubrechen, um freier und leichter zu leben.

Denn am Ende leben wir jeden Tag nur einmal. Und ich möchte ihn nicht im Modus von „man macht das halt so“ verbringen, sondern bewusst, lebendig und verbunden mit meinen Kindern.


Ich lebe mit dem Gedanken:
Das Leben ist zu kurz für „irgendwann“ oder „wenn und aber“.

Ich möchte es jetzt leben. Mit meinen Kindern. Mit allem, was dazugehört. Dem Leichten und dem Herausfordernden.

Und genau darin liegt für mich die grösste Schönheit dieses Familienweges.

Ich möchte nicht perfekt erziehen. Ich möchte verbunden leben, wachsen und meine Kinder auf ihrem Weg liebevoll begleiten.

für Familien die bewusst Vegan leben wollen

Verpasse keinen neuen Blogbeitrag und erhalte Inspirationen rund um pflanzliche Familienernährung, bewusstes Familienleben und unseren Alltag direkt in dein Postfach.

Einfach, achtsam und voller Freude!

Ich sende keinen Spam! Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Nach oben scrollen