den Sommer nochmals richtig geniessen – bewusst ankommen, loslassen und neue Wege finden

Der August fühlt sich für mich jedes Jahr ein bisschen besonders an.

Auf der einen Seite liegt noch dieses leichte Sommergefühl in der Luft: warme Abende, barfuss draussen sein, spontane Ausflüge, lange Tage am See, kleine Abenteuer und diese besondere Langsamkeit, die nur die Sommerferien mit sich bringen.

Und gleichzeitig beginnt etwas Neues.

Die langen Sommerferien sind vorbei. Der Alltag kehrt langsam zurück. Die Schuhe stehen bereit, Rucksäcke werden gepackt und grosse Meilensteine dürfen gefeiert werden: Ein Kind startet vielleicht neu in den Kindergarten, ein anderes beginnt die Schule. Neue Räume, neue Menschen, neue Abläufe. Kleine und grosse Schritte, die für unsere Kinder unglaublich bedeutend sind.

Auch für uns als Eltern beginnt eine neue Phase. Wir dürfen wieder Routinen finden, unseren Rhythmus anpassen und uns langsam in den neuen Alltag hineinbewegen.

Doch bevor wir den Sommer ganz verabschieden, möchte ich ihn nochmals bewusst festhalten.

nicht sofort weiterhetzen

Gerade Übergänge laden dazu ein, direkt wieder in den nächsten Modus zu wechseln.

Der Kalender füllt sich, Termine kommen dazu, die Morgen werden wieder strukturierter und plötzlich dreht sich vieles um Organisation: Wer muss wann wohin? Was muss vorbereitet werden? Welche Aufgaben warten?

Dabei dürfen wir uns erlauben, noch ein wenig den Sommer zu geniessen.

Vielleicht noch einmal den Abend draussen geniessen.
Noch einmal barfuss durchs Gras laufen.
Noch einmal einen Sonnenuntergang bestaunen.
Noch einmal gemeinsam eine Wasserschlacht machen oder ein Picknick unter freiem Himmel geniessen.

Nicht, weil wir den Sommer festhalten müssen. Sondern weil wir dankbar sein dürfen für all die kleinen Momente, die er uns geschenkt hat.

bewusst und achtsam als Familie durch den Übergang

Kinder spüren Veränderungen sehr stark. Ein neuer Lebensabschnitt kann wunderschön und aufregend sein und gleichzeitig auch Unsicherheit mit sich bringen.

Gerade jetzt kann es wertvoll sein, gemeinsam kleine Rituale zu schaffen.

Vielleicht ein letzter Sommerausflug.
Ein Abendessen draussen, bei dem jeder erzählt, was ihm vom Sommer besonders in Erinnerung geblieben ist.
Ein Spaziergang, bei dem wir gemeinsam sammeln, was wir am Sommer geliebt haben.

Diese kleinen Momente schenken Verbindung.

Sie zeigen unseren Kindern: Veränderung gehört zum Leben dazu. Etwas Neues darf beginnen, während wir gleichzeitig die schönen Erinnerungen im Herzen behalten.

Zeit füreinander – als Familie und als Paar

Der Übergang in den Herbst ist nicht nur eine Zeit für Kinder. Auch wir Erwachsene dürfen bewusst hinschauen: Was brauchen wir?

Vielleicht tut es gut, nochmals gemeinsame Familienzeit einzuplanen.

Ein kleiner Ausflug.
Ein gemütlicher Abend im Garten.
Ein gemeinsames Frühstück ohne Zeitdruck.
Ein Spaziergang in der Natur.

Aber auch die Beziehung als Paar darf Raum bekommen. Zwischen Schulstart, Terminen und Familienorganisation geht die Verbindung manchmal schnell verloren. Ein bewusster Moment zu zweit. Ein Gespräch, ein gemeinsamer Kaffee oder ein Abendspaziergang, kann unglaublich wertvoll sein.

Selbstführsorge in dieser besonderen Zeit

Auch wir dürfen ankommen.

Der Beginn eines neuen Schuljahres bringt nicht nur für Kinder Veränderungen mit sich. Auch Eltern müssen sich neu orientieren, neue Abläufe finden und viele kleine Dinge im Kopf behalten.

Vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, sich selbst etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine Tasse Tee in Ruhe trinken.
Ein paar Minuten meditieren.
Ein gutes Buch lesen.
Zeit in der Natur verbringen.
Den eigenen Bedürfnissen wieder etwas mehr Raum geben.

Selbstfürsorge bedeutet nicht, dass wir uns aus dem Familienalltag herausnehmen müssen. Oft sind es gerade die kleinen Momente, die uns wieder Kraft schenken.

Abschied nehmen und den Herbst willkommen heissen

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit.

Der Sommer darf langsam gehen. Nicht abrupt, nicht mit dem Gefühl, dass etwas vorbei ist – sondern mit Dankbarkeit.

Dankbarkeit für warme Tage, gemeinsame Erlebnisse, kleine Abenteuer und all die Erinnerungen, die bleiben.

Und gleichzeitig dürfen wir neugierig auf das sein, was kommt.

Der Herbst bringt neue Farben, gemütliche Momente, Spaziergänge im bunten Wald, warme Suppen, gemeinsame Bastelstunden und eine andere Form von Ruhe.

Vielleicht ist genau diese Übergangszeit eine Einladung:
Nicht immer schon beim nächsten Schritt zu sein, sondern den Moment dazwischen bewusst wahrzunehmen.

Denn oft sind es gerade diese Zwischenräume, in denen wir besonders viel spüren können.

Lasst uns den Sommer noch ein wenig im Herzen tragen, bevor wir gemeinsam in eine neue Jahreszeit gehen.

Bewusst. Achtsam. Schritt für Schritt.

Die Kunst des Lebens liegt darin, die Veränderung willkommen zu heissen und dennoch dankbar auf das zurückzublicken, was war.

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