Der November ist für mich ein Monat des Übergangs. Die bunten Herbsttage werden langsam weniger, morgens ist es oft grau und kühl und am Abend wird es schon früh dunkel. Während es draussen ruhiger und kahler wird, zieht bei uns drinnen dafür immer mehr Gemütlichkeit ein.
Und genau das spiegelt sich auch in unserer Küche wider.
Im November darf das Essen für mich warm, sättigend, nährend und vor allem unkompliziert sein. Suppen köcheln auf dem Herd, Gemüse wandert gemeinsam mit Kartoffeln in den Ofen und aus Hülsenfrüchten entstehen Currys, Eintöpfe oder eine grosse Portion Linsen-Bolognese.
Ich liebe diese Art zu kochen. Ohne viel Schnickschnack, dafür mit saisonalen Lebensmitteln, einfachen Zutaten und ganz viel Wärme.
Was hat Saison ?
Auch wenn die grosse Vielfalt des Sommers vorbei ist, gibt es im November noch unglaublich viele wunderbare Lebensmittel, aus denen sich abwechslungsreiche pflanzliche Familiengerichte zaubern lassen.
Bei uns dürfen jetzt besonders gerne auf den Teller:
Gemüse
- Kürbis
- Randen
- Karotten
- Kartoffeln
- Süsskartoffeln
- Lauch
- Sellerie
- Pastinake
- Rosenkohl
- Wirz
- Federkohl
- Zwibeln
Obst
- Äpfel
- Birnen
- Quitten
Dazu kommen natürlich Lebensmittel, die sich wunderbar lagern lassen oder die wir über das Jahr haltbar gemacht beziehungsweise eingefroren haben.
Gerade im Winterhalbjahr finde ich es schön, nicht das Gefühl zu haben, dass wirklich alles immer verfügbar sein muss.
Die Jahreszeiten dürfen auch auf unserem Teller spürbar sein.
unsere Küche wir im November automatisch einfacher
Im Sommer liebe ich grosse Salate, frisches Gemüse, Beeren, Melonen und all die Farben, die diese Jahreszeit mit sich bringt.
Im November verändert sich unser Essen ganz automatisch.
Plötzlich habe ich wieder Lust auf Gerichte, die lange warm bleiben. Auf einen Topf mitten auf dem Tisch, aus dem sich jeder nehmen darf. Auf den Duft von geröstetem Gemüse, Zimt und frisch gebackenem Brot.
Dabei muss saisonale Ernährung für mich überhaupt nicht kompliziert sein.
Oft entstehen bei uns aus wenigen Grundzutaten ganz einfache Mahlzeiten:
Kartoffeln + Gemüse + Tofu werden zu einem Ofenblech.
Linsen + Tomaten + Gemüse werden zur Bolognese.
Kichererbsen + Kokosmilch + Gemüse werden zum Curry.
Kartoffeln + Lauch + weisse Bohnen werden zu einer cremigen Suppe.
Haferflocken + Apfel + Zimt werden morgens zu einem wunderbar warmen Porridge.
Genau diese Einfachheit liebe ich.
auch das Frühstück darf wärmer werden
Saisonale Ernährung hört für mich nicht beim Mittag- oder Abendessen auf.
Gerade an kalten Novembermorgen liebe ich ein warmes Frühstück.
Ein Porridge mit Apfel, Zimt, Nussmus und Samen gehört für mich genauso in diese Jahreszeit wie Pancakes mit warmem Apfelkompott oder frisch gebackenes Bananenbrot zu einer Tasse Kaffee.
Für die Kinder darf es nachmittags beispielsweise Apfelmuffins, Energyballs, Nussbrötchen oder saisonales Obst geben.
Es sind oft gar nicht die aussergewöhnlichen Rezepte, die eine Jahreszeit besonders machen.
Es sind die Dinge, die immer wiederkommen.
Der Duft von Zimt.
Der warme Topf auf dem Tisch.
Das Lieblingsporridge am Morgen.
Oder das gemeinsame Backen an einem grauen Sonntagnachmittag.
Vielleicht ist das etwas, das ich an saisonaler Ernährung besonders liebe:
Sie verbindet uns ein kleines bisschen mehr mit dem, was draussen gerade passiert.
Im Sommer essen wir anders als im Herbst. Im Herbst anders als im Winter.
Und anstatt diese Veränderung als Einschränkung zu sehen, empfinde ich sie inzwischen als etwas unglaublich Schönes.
Denn irgendwann freue ich mich wieder auf die ersten Erdbeeren.
Auf Tomaten direkt aus dem Garten.
Auf Beeren und Wassermelone.
Aber jetzt?
Jetzt dürfen es Kürbis, Kartoffeln, Äpfel und Zimt sein.
Jetzt darf ein grosser Topf Suppe auf dem Herd stehen, während es draussen schon dunkel wird.
Jetzt darf es warm, langsam und gemütlich werden.
Und vielleicht ist genau das für mich saisonale Ernährung: nicht immer alles haben zu müssen, sondern wertzuschätzen, was gerade da ist.
Jede Jahreszeit bringt ihren eigenen Geschmack mit – wir müssen uns nur die Zeit nehmen, ihn wahrzunehmen.
