unser Zuhause wird gemütlicher – bewusst durch die dunklere Jahreszeit

Wenn die Tage langsam kürzer werden, morgens die Luft kühler ist und es abends wieder früher dunkel wird, verändert sich für mich auch unser Zuhause.

Während im Sommer vieles draussen stattfindet, die Türen offen stehen und wir gefühlt ständig unterwegs sind, zieht es uns im Herbst wieder mehr nach drinnen. Und ich muss sagen: Ich liebe das.

Ich mag dieses Gefühl, wenn das Zuhause wieder mehr zum Rückzugsort wird. Wenn draussen langsam die Dämmerung einsetzt, drinnen die kleinen Lampen angehen, vielleicht etwas im Ofen backt und wir einfach ein bisschen näher zusammenrücken.

Dabei braucht es für mich gar nicht viel. Keine perfekte Herbstdekoration und auch kein durchgestyltes Zuhause. Vielmehr sind es die kleinen Dinge und Rituale, die für mich Gemütlichkeit ausmachen.


viele kleine Lichter, statt einer grossen Lampe

Was bei uns wahrscheinlich sofort auffällt: Wir haben keine klassischen Deckenlampen.

Ich liebe warmes, indirektes Licht und finde, dass es die Stimmung eines Raumes innerhalb weniger Sekunden verändern kann. Statt einer grossen, hellen Lichtquelle verteilen wir lieber mehrere kleine im Raum.

Eine kleine Lampe hier, ein warmes Licht dort, vielleicht eine Lichterkette oder eine Kerze auf dem Tisch.

Gerade in der dunkleren Jahreszeit empfinde ich dieses Licht als unglaublich wohltuend. Es signalisiert irgendwie ganz automatisch: Jetzt darf es ruhiger werden.

Vielleicht ist genau das auch etwas, was ich am Herbst so liebe. Die Dunkelheit muss gar nichts Bedrückendes haben. Sie darf eine Einladung sein, es sich drinnen schön zu machen.


Bücher gehören für mich einfach dazu

Wenn ich an einen gemütlichen Herbstnachmittag oder -abend denke, gehören Bücher für mich unbedingt dazu.

Ich lese selbst unglaublich gerne und geniesse es, mich mit einem Erwachsenenbuch irgendwo einzukuscheln und für einen Moment in einer anderen Welt zu verschwinden.

Genauso gerne lese ich unseren Kindern vor.

Besonders schön finde ich jahreszeitlich passende Bücher. Im Herbst dürfen bei uns die Herbstgeschichten wieder hervorgeholt werden. Geschichten über bunte Blätter, Waldtiere, Kürbisse, Ernte, Regenwetter und all die kleinen Veränderungen, die draussen gerade passieren.

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Ich mag es, wenn sich das, was wir draussen erleben, auch in unseren Büchern wiederfindet.

Vielleicht haben wir am Nachmittag Kastanien gesammelt, sind durch raschelndes Laub gelaufen oder haben einen besonders schönen Pilz entdeckt und später begegnet uns genau diese herbstliche Welt noch einmal in einer Geschichte.

So entsteht für mich eine wunderschöne Verbindung zwischen unserem Alltag, der Natur und unserem Zuhause.


gemeinsam kochen – nicht als Programmpunkt, sondern als Alltag

Auch unsere Küche wird in der kühleren Jahreszeit automatisch wieder wichtiger.

Es gibt mehr warme Mahlzeiten, Suppen, Ofengerichte, Currys, Kürbis, Äpfel, Zimt und natürlich Dinge, die frisch aus dem Ofen einfach am allerbesten schmecken.

Dabei bedeutet gemeinsames Kochen für mich nicht, dass jedes Familienmitglied immer begeistert mithelfen muss.

Manchmal schnippeln die Kinder mit, manchmal rühren sie kurz etwas um und verschwinden danach wieder zum Spielen. Manchmal erzählen sie mir etwas, während ich koche, und manchmal bin ich einfach für mich in der Küche.

Und trotzdem entsteht Verbindung.

Denn am Ende sitzen wir gemeinsam am Tisch und teilen etwas, das bei uns zu Hause entstanden ist.

Gerade das liebe ich: Gemütlichkeit muss kein zusätzliches Familienprogramm sein. Sie darf mitten im ganz normalen Alltag entstehen.


kleine Rituale, die den Jahreszeitenwechsel spürbar machen

Ich glaube, Kinder nehmen Jahreszeiten noch einmal ganz anders wahr als wir Erwachsenen.

Deshalb mag ich kleine Rituale, die zeigen: Jetzt beginnt etwas Neues.

Die Herbstbücher kommen hervor. Die ersten Kürbisse ziehen in die Küche ein. Vielleicht sammeln wir draussen schöne Blätter oder Kastanien. Wir backen wieder häufiger. Die kleinen Lampen werden am Nachmittag früher eingeschaltet und irgendwann werden auch die Kuscheldecken wieder wichtiger.

Nichts davon ist spektakulär.

Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Es sind keine grossen Ereignisse, sondern kleine Wiederholungen, die irgendwann zu Erinnerungen werden.


Zuhause darf ein Ort zum auftanken sein

Unser Alltag muss nicht jeden Tag besonders sein.

Ich glaube sogar, dass wir manchmal unterschätzen, wie wertvoll diese ganz gewöhnlichen Nachmittage und Abende sind.

Ein Kind liegt auf dem Sofa und schaut ein Buch an. Jemand baut etwas auf dem Boden. In der Küche köchelt das Abendessen. Draussen wird es langsam dunkel und nach und nach gehen unsere kleinen Lampen an.

Vielleicht läuft nicht einmal alles harmonisch. Vielleicht wird gestritten, jemand ist müde oder das Abendessen schmeckt heute plötzlich doch nicht.

Auch das gehört zu Familie.

Gemütlichkeit bedeutet für mich deshalb nicht, dass alles ruhig, ordentlich und perfekt sein muss.

Es ist vielmehr dieses Gefühl:

Hier dürfen wir sein.

Mit unserer Müdigkeit, unserer Lautstärke, unseren Geschichten vom Tag und allem, was gerade zu uns gehört.


die dunklere Jahreszeit bewusst annehmen

Früher dunkel, weniger Sonne, kalte und nasse Tage. Natürlich hat die dunklere Jahreszeit auch ihre Seiten, die nicht immer angenehm sind.

Aber ich möchte sie nicht nur als etwas betrachten, das wir irgendwie überstehen müssen, bis endlich wieder Frühling ist.

Ich möchte auch sehen, was sie uns schenkt.

Vielleicht ein bisschen mehr Langsamkeit.

Mehr gemeinsame Zeit drinnen.

Mehr Bücher.

Mehr warme Mahlzeiten.

Mehr Kerzen und kleine Lichter.

Mehr Abende, an denen wir gar nichts Besonderes vorhaben.

Und vielleicht auch die Erinnerung daran, dass ein schönes Familienleben nicht immer aus Ausflügen, Aktivitäten und besonderen Erlebnissen bestehen muss.

Manchmal ist es einfach ein warmer Raum, ein gutes Buch, etwas Leckeres aus der Küche und die Menschen, mit denen wir unser Zuhause teilen.


unser Zuhause muss nicht perfekt sein – sondern unseres

Ich glaube, genau das möchte ich unseren Kindern mitgeben.

Zuhause ist nicht der Ort, der immer ordentlich aussehen muss. Nicht der Ort mit der schönsten Dekoration oder der perfekten Einrichtung.

Es ist der Ort, an dem wir uns sicher und verbunden fühlen dürfen.

Und wenn draussen die Tage kürzer und dunkler werden, spüre ich dieses Gefühl noch ein bisschen stärker.

Dann mache ich unsere kleinen Lampen an, hole vielleicht ein Herbstbuch hervor, stelle etwas Warmes auf den Tisch und freue mich darüber, dass wir für diesen Moment nirgendwo anders sein müssen.

Vielleicht liegt die grösste Gemütlichkeit gar nicht darin, was wir unserem Zuhause hinzufügen – sondern darin, dass wir uns wieder mehr Zeit nehmen, wirklich darin zu leben.

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