Der Oktober fühlt sich für mich jedes Jahr ganz besonders an. Die Luft wird kühler, morgens liegt manchmal schon dieser typische Herbstduft in der Luft und draussen färben sich die Blätter langsam in Gelb-, Orange- und Rottöne.
Es ist die Zeit, in der wir wieder häufiger nach Hause kommen und uns auf etwas Warmes freuen. Auf eine Suppe, die auf dem Herd köchelt. Auf Ofengemüse, während es draussen langsam dunkel wird. Oder auf einen warmen Apfel-Zimt-Zvieri nach einem Nachmittag im Herbstwald.
Gerade mit Kindern finde ich den Oktober wunderschön, um saisonale Ernährung ganz selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Nicht mit komplizierten Regeln oder dem Anspruch, immer alles perfekt zu machen. Sondern indem wir gemeinsam entdecken, was die Natur gerade für uns bereithält.
was hat Saison ?
Auch wenn sich der Sommer endgültig verabschiedet, ist die Auswahl an regionalem Obst und Gemüse im Oktober noch wunderbar vielfältig.
Typisch für den Oktober sind zum Beispiel:
Gemüse
- Kürbis
- Randen
- Karotten
- Kartoffeln
- Lauch
- Knollensellerie
- Fenchel
- verschiedene Kohlsorten
- Rosenkohl
- Wirz
- Spinat
Obst
- Äpfel
- Birnen
- Trauben
- Quitten
- Zwetschgen
Für mich muss saisonale Ernährung dabei gar nicht bedeuten, dass ausschliesslich saisonale Lebensmittel auf unserem Teller landen dürfen. Vielmehr geht es darum, wieder bewusster wahrzunehmen, was gerade wächst und welche Lebensmittel die jeweilige Jahreszeit prägen.
saisonale Ernährung für Kinder erlebbar machen
Kinder müssen meiner Meinung nach nicht jede Gemüsesorte lieben, damit sie einen Bezug zu saisonaler Ernährung entwickeln können.
Viel wichtiger finde ich, dass sie erleben dürfen, woher unser Essen kommt.
Ein Besuch auf dem Wochenmarkt, gemeinsam Kürbisse aussuchen, Äpfel sammeln oder beim Spaziergang schauen, was auf den Feldern noch wächst. All diese kleinen Momente schaffen Verbindung.
Auch zuhause können Kinder wunderbar einbezogen werden:
Welchen Kürbis nehmen wir heute mit?
Möchtest du die Karotten waschen?
Welche Apfelsorte schmeckt dir am besten?
Was könnten wir aus diesen Kartoffeln kochen?
Es sind kleine Dinge. Aber genau darin liegt für mich so viel Wert.
Kinder dürfen Lebensmittel kennenlernen, anfassen, riechen, probieren und manchmal eben auch feststellen: Das mag ich heute nicht.
Vielleicht sieht es beim nächsten Mal schon wieder anders aus.
unsere liebsten Oktober Gerichte
Im Herbst darf unser Essen wieder richtig warm, gemütlich und wohltuend werden.
Bei uns landen im Oktober besonders gerne einfache Familiengerichte auf dem Tisch, zum Beispiel:
- Linsen Kürbis Suppe
- Kürbisrisotto
- Ofengemüse mit Hummus
- Vollkornnudeln mit Linsenbolognese
- Apfel Zimt Porridge
- Zwetschgenwähe
- Apfelmuffins
- Zimtschnecken
Dabei versuche ich auch im Herbst, unsere Mahlzeiten möglichst unkompliziert zusammenzustellen: eine Kohlenhydratquelle, eine Proteinquelle, Gemüse oder Früchte und eine gute Fettquelle.
So kann aus Kartoffeln, Ofenkürbis, Kichererbsen und einem Tahini-Dip bereits eine wunderbar einfache und nährstoffreiche Familienmahlzeit entstehen.
Es muss nicht kompliziert sein, um ausgewogen zu sein.
herbstlicher Znüni und Zvieri
Auch für Znüni und Zvieri bietet der Oktober so viele schöne Möglichkeiten.
Äpfel gehören für mich einfach zum Herbst dazu. Dazu vielleicht ein selbstgebackener Muffin, ein paar Nüsse oder Nussmus, Energyballs oder ein Stück Bananenbrot.
Besonders schön finde ich es, saisonale Lebensmittel immer wieder unterschiedlich anzubieten. Ein Apfel muss nicht jeden Tag einfach nur in Schnitze geschnitten werden.
Mal gibt es Apfel-Zimt-Muffins, mal Apfelmus, mal Apfelstücke im Porridge und vielleicht am Wochenende gemeinsam gebackenen Apfelkuchen.
So lernen Kinder Lebensmittel auf ganz unterschiedliche Weise kennen – ganz ohne Druck.
gemeinsam haltbar machen
Der Oktober erinnert mich auch immer daran, wie wertvoll Lebensmittel eigentlich sind.
Es ist die Zeit, in der vieles verarbeitet und haltbar gemacht werden kann. Äpfel werden zu Apfelmus, Gemüse kann eingefroren oder eingekocht werden und aus Kürbis lässt sich wunderbar Kürbispüree vorbereiten.
Gerade mit Kindern finde ich solche kleinen Küchenprojekte besonders schön.
Vielleicht wird nicht alles schneller oder ordentlicher, wenn kleine Hände mithelfen – meistens eher das Gegenteil. Aber dafür entsteht etwas anderes: Verbindung zu unserem Essen.
Und genau das möchte ich unseren Kindern viel lieber mitgeben als Perfektion.
Für mich bedeutet saisonale Ernährung mit Kindern nicht, einem perfekten Plan zu folgen.
Es bedeutet, gemeinsam hinzuschauen.
Zu sehen, was gerade wächst. Lebensmittel wertzuschätzen. Neues auszuprobieren. Altbekanntes immer wieder anzubieten. Und unsere Kinder dabei ihren eigenen Geschmack entwickeln zu lassen.
Vielleicht bleibt der Rosenkohl liegen.
Vielleicht wird Kürbissuppe plötzlich zum Lieblingsessen.
Vielleicht werden beim Marktbesuch drei Äpfel probiert und keiner davon schmeckt.
Auch das gehört dazu.
Denn Ernährung ist für mich so viel mehr als die Summe einzelner Nährstoffe. Sie ist Alltag, Erinnerung, Gemeinschaft und ein Stück Verbindung zur Natur.
Und vielleicht ist genau das das Schönste an der saisonalen Familienküche:
Gemeinsam mit den Jahreszeiten zu leben, anstatt einfach nur nach ihnen zu kochen.
Wenn draussen die Blätter rascheln, die Tage kürzer werden und zuhause der Duft von Kürbis, Apfel und Zimt durch die Küche zieht, dann fühlt sich der Oktober für mich genau richtig an.
Wenn Kinder erleben dürfen, woher unser Essen kommt, wächst nicht nur Wissen – sondern auch Wertschätzung.
