unser Herbst als Familie – zwischen Natur, Küche und kleinen Ritualen

Der Herbst ist meine allerliebste Jahreszeit.

Ich liebe dieses ganz besondere Gefühl, wenn sich der Sommer langsam verabschiedet und die Natur beginnt, sich zu verändern. Wenn die Luft am Morgen wieder kühler und klarer ist. Wenn die ersten Blätter ihre Farbe wechseln, die Wälder plötzlich in warmen Rot-, Orange- und Brauntönen leuchten und es bei jedem Schritt unter den Füssen raschelt.

Und ja – ich mag es sogar, wenn es langsam wieder früher dunkel wird.

Für mich beginnt dann eine ganz besondere Zeit. Eine Zeit, in der wir noch einmal ganz viel draussen sind und gleichzeitig die Gemütlichkeit zuhause wieder mehr geniessen. Eine Zeit zwischen Natur und Kuscheldecke, zwischen Waldspaziergängen und Zimtschnecken.

Der Herbst ist für mich die perfekte Hygge-Zeit.


noch einmal ganz viel Zeit draussen verbringen

Auch wenn die Tage langsam kürzer und die Temperaturen kühler werden, verbringen wir im Herbst unglaublich gerne Zeit in der Natur.

Wir gehen in den Wald, spazieren durch das raschelnde Laub und lassen uns dabei oft einfach treiben. Die Kinder entdecken sowieso Dinge, an denen wir Erwachsenen vermutlich vorbeilaufen würden.

Eine besonders schöne Kastanie.
Ein riesiges Blatt.
Eine Eichel mit Hütchen.
Ein Ast mit einer besonderen Form.

Und plötzlich werden aus einem einfachen Spaziergang kleine Entdeckungsreisen.

Ich mag diese Momente sehr. Es braucht kein grosses Programm und kein besonderes Ausflugsziel. Manchmal reicht ein Waldweg, etwas Zeit und die Bereitschaft, stehen zu bleiben und gemeinsam zu staunen.


die letzten Wanderungen geniessen

Bevor es in den Bergen langsam winterlicher wird, versuchen wir auch, noch die eine oder andere Wanderung zu geniessen.

Ich finde, gerade im Herbst haben Wanderungen eine ganz besondere Stimmung. Die Luft ist angenehm kühl, die Natur verändert sich und an sonnigen Tagen fühlt sich die Wärme der Sonne noch einmal ganz anders an.

Vielleicht nehmen wir ein kleines Picknick mit, suchen uns unterwegs einen schönen Platz und machen es uns dort gemütlich.

Denn Picknick gehört für mich keineswegs nur zum Sommer.

Ein paar belegte Brote, Früchte, Nüsse, vielleicht selbstgemachte Energyballs oder etwas Gebackenes und eine Thermosflasche mit einem warmen Getränk – mehr braucht es oft gar nicht.


Kastanien, Blätter und kleine Naturschätze!

Im Herbst kommen wir selten mit leeren Händen nach Hause.

Kastanien gehören natürlich unbedingt dazu. Aber auch bunte Blätter, Eicheln, kleine Äste und andere Naturschätze dürfen mit.

Ich liebe es, dass Kinder darin noch einen ganz anderen Wert sehen können. Eine Kastanie ist eben nicht nur eine Kastanie. Sie kann ein Tier werden, Teil einer Herbstlandschaft sein oder einfach ein kleiner Schatz, der unbedingt mit nach Hause muss.

Aus unseren Fundstücken basteln wir später gemeinsam oder verwenden sie für unsere Herbstdekoration.

Und ganz nebenbei entsteht dadurch etwas, das mir sehr wichtig ist: Verbindung zur Natur.

Nicht alles, was uns Freude macht, muss gekauft werden. Manchmal liegt das Schönste direkt vor unseren Füssen.


unsere Herbstdeko darf wieder einziehen

Es gibt diesen einen Moment, auf den ich mich jedes Jahr freue: wenn wir unsere Herbstsachen hervorholen.

Die Dekoration darf wieder einziehen, kleine herbstliche Elemente verteilen sich im Zuhause und alles fühlt sich plötzlich ein bisschen gemütlicher an.

Dazu kommen unsere Herbstbücher.

Über die Jahre ist eine kleine Sammlung entstanden, die wir jedes Jahr wieder hervorholen. Und genau das macht sie für mich so besonders.

Die Bücher verschwinden nach dem Herbst wieder und wenn wir sie im nächsten Jahr hervornehmen, fühlen sie sich fast ein bisschen neu an und gleichzeitig wunderbar vertraut.

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ein Besuch auf dem Markt

Auch ein Marktbesuch passt für mich wunderbar in diese Jahreszeit.

Kürbisse, Äpfel, Birnen, Trauben, Marroni, verschiedenstes Gemüse. Im Herbst zeigt sich noch einmal so deutlich, was die Natur uns alles schenkt.

Ich finde es schön, gemeinsam mit den Kindern über den Markt zu schlendern, zu schauen, was gerade Saison hat, und vielleicht spontan etwas für das gemeinsame Essen auszuwählen.

Gerade für Kinder kann das eine wunderschöne Möglichkeit sein, Lebensmittel nicht nur fertig verpackt im Supermarkt kennenzulernen.

Woher kommt unser Essen? Was wächst jetzt bei uns? Warum gibt es im Herbst andere Dinge als im Sommer?

Es müssen gar keine grossen Erklärungen sein. Vieles entsteht ganz nebenbei.


gemeinsam kochen und den Herbst schmecken

Und natürlich findet unser Herbst auch in der Küche statt.

Wenn es draussen kühler wird, verändert sich automatisch das, worauf wir Lust haben. Warme Suppen, Kürbis, Ofengemüse, Eintöpfe, Apfel, Zimt und all die wunderbaren Gerüche, die plötzlich wieder durch die Küche ziehen.

Ich liebe es, gemeinsam zu kochen und zu backen.

Die Kinder dürfen mithelfen, probieren, schneiden, rühren oder Zutaten aussuchen. Es muss dabei nicht perfekt laufen und manchmal dauert es gemeinsam definitiv länger.

Aber genau darin liegt für mich der Wert.

Essen ist so viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es kann Verbindung schaffen, Erinnerungen entstehen lassen und Kindern zeigen, wie vielfältig pflanzliche Lebensmittel sein können.


Kaffee, Zimtschnecke und eine Kuscheldecke

Und dann gibt es natürlich noch die andere Seite des Herbstes.

Die langsamen Nachmittage zuhause.

Draussen ist es grau, vielleicht regnet es, und drinnen machen wir es uns gemütlich. Ein gutes Buch, eine Kuscheldecke und der Duft von frisch gebackenen Zimtschnecken.

Dazu für mich einen Kaffee und ich bin glücklich.

Ich glaube, genau deshalb liebe ich den Herbst so sehr.

Er lädt mich dazu ein, wieder etwas langsamer zu werden. Nach den langen, hellen und oft ereignisreichen Sommertagen kehrt langsam mehr Ruhe ein.

Nicht als harter Wechsel, sondern ganz sanft.


unsere kleinen Herbsttraditionen

Je älter unsere Kinder werden, desto mehr merke ich, wie wertvoll diese kleinen, wiederkehrenden Dinge sind.

Die Herbstbücher, die jedes Jahr wieder hervorgeholt werden.
Das Kastaniensammeln.
Unsere Waldspaziergänge.
Das gemeinsame Backen.
Ein Picknick zwischen bunten Blättern.
Die ersten gemütlichen Nachmittage unter der Decke.

Es sind keine spektakulären Traditionen.

Und vielleicht liebe ich sie genau deshalb so sehr.

Wir müssen den Herbst nicht mit möglichst vielen Aktivitäten füllen. Wir dürfen ihn einfach gemeinsam erleben.

Mit offenen Augen durch den Wald gehen. Die kühle Luft einatmen. Ein Blatt aufheben, weil seine Farbe wunderschön ist. Gemeinsam etwas Warmes kochen. Ein Buch zum hundertsten Mal vorlesen.

Denn vielleicht sind es genau diese unscheinbaren Momente. Eine Handvoll Kastanien in der Jackentasche, der Duft von Zimt aus dem Ofen und ein Buch unter einer warmen Decke – aus denen später Kindheitserinnerungen werden.

Und genau das ist für mich unser Herbst.

Kindheitserinnerungen entstehen oft dort, wo wir gar nicht versuchen, besondere Momente zu schaffen.

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