saisonale Ernährung im November mit Kindern

Der November ist für mich ein ganz besonderer Monat. Draussen wird es ruhiger, die Tage werden kürzer und am Morgen liegt manchmal schon dieser ganz typische Duft von Kälte in der Luft. Wir verbringen wieder mehr Zeit drinnen, machen es uns gemütlich und auch in unserer Küche verändert sich langsam einiges.

Während im Sommer Wassermelone, Beeren und leichte Gerichte ganz selbstverständlich dazugehören, darf es jetzt wieder warm, sättigend und richtig gemütlich werden.

Und genau das liebe ich an saisonaler Ernährung: Sie verändert sich gemeinsam mit den Jahreszeiten.

Mit Kindern bedeutet das für mich nicht, jeden Tag möglichst aussergewöhnlich zu kochen oder aus jedem Gemüse ein lustiges Gesicht zu schnitzen. Vielmehr möchte ich ihnen zeigen, welche Lebensmittel gerade wachsen, wie unterschiedlich die Jahreszeiten schmecken können und dass aus wenigen einfachen Zutaten etwas richtig Feines entstehen kann.


Kinder in die Novemberküche einbeziehen

Gerade in dieser Jahreszeit finde ich gemeinsames Kochen besonders schön.

Wenn es draussen regnet, kalt oder bereits dunkel ist, dürfen die Kinder mit in die Küche kommen. Gemüse waschen, Kartoffeln in eine Schüssel legen, Teig kneten, Zutaten hineinschütten oder beim Abschmecken helfen – es braucht gar keine grossen Aufgaben.

Kinder erleben Lebensmittel ganz anders, wenn sie selbst damit in Berührung kommen.

Eine Karotte ist dann nicht einfach nur das orange Ding auf dem Teller.

Sie wurde vorher gewaschen, vielleicht geschält, geschnitten, probiert und gemeinsam gekocht.

Und manchmal wird aus einem Lebensmittel, das bisher eher skeptisch angeschaut wurde, irgendwann doch noch etwas, das gerne gegessen wird.

Nicht immer. Und auch das ist völlig in Ordnung.


saisonale Ernährung spielerisch entdecken

Ich finde, saisonale Ernährung bietet eine wunderschöne Möglichkeit, Kindern ganz nebenbei etwas über unsere Natur mitzugeben.

Warum gibt es im November keine Erdbeeren auf unserem Feld?

Wo wachsen Äpfel?

Warum können wir Kartoffeln so lange lagern?

Was passiert eigentlich im Winter mit den Pflanzen?

Solche Fragen entstehen bei Kindern oft ganz von selbst.

Wir müssen daraus keine Unterrichtsstunde machen. Manchmal reicht es schon, gemeinsam auf dem Markt zu schauen, welches Gemüse angeboten wird, beim Spaziergang abgeerntete Felder zu entdecken oder zuhause einen Kürbis aufzuschneiden und die Kerne genauer anzuschauen.

So entsteht Wissen nicht nur im Kopf, sondern durch Erleben.


bunt essen – auch wenn draussen alles grauer wird

Im November wird die Auswahl zwar etwas kleiner, trotzdem kann eine pflanzliche Familienküche wunderbar vielfältig bleiben.

Für mich bedeutet eine ausgewogene Mahlzeit nicht, dass jeder Teller perfekt aussehen muss.

Ich versuche vielmehr, über den Tag hinweg unterschiedliche Lebensmittel anzubieten: Vollkorngetreide oder Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder Tofu, Gemüse und Früchte sowie Nüsse, Samen oder Nussmus.

Zum Beispiel:

Kartoffeln + Ofengemüse + Kichererbsen + Tahini-Dip

oder

Vollkornpasta + Linsen-Bolognese + Gemüse

oder ganz einfach

Porridge + Apfel + Nussmus + Hanfsamen

Es muss nicht kompliziert sein.

Gerade im Familienalltag finde ich es viel wichtiger, dass eine pflanzliche Ernährung alltagstauglich bleibt.


Vielleicht ist der November auf den ersten Blick nicht der bunteste Monat des Jahres.

Und trotzdem steckt so viel Schönes in ihm.

Kürbis und Kartoffeln aus dem Ofen. Ein dampfender Topf Suppe. Äpfel mit Zimt. Gemeinsam Gemüse schneiden. Nach einem Spaziergang mit kalten Händen nach Hause kommen und etwas Warmes essen.

Für mich braucht es nicht viel mehr.

Denn saisonale Ernährung mit Kindern darf unkompliziert sein.

Sie darf neugierig machen.

Sie darf Verbindung schaffen.

Und vor allem darf sie schmecken.

Vielleicht liegt die Schönheit der Jahreszeiten auch darin, dass nicht immer alles verfügbar ist – sondern wir uns immer wieder neu auf etwas freuen dürfen.

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